Zur Bewältigung der Corona-Krise ist es derzeit häufig erforderlich, eine Vielzahl von Beschaffungen besonders schnell und effizient durchzuführen.

Die Bayerische Staatsregierung hat deshalb mit Bekanntmachung vom 24.03.2020 die Verwaltungsvorschrift zum öffentlichen Auftragswesen  (VVöA) angepasst und besondere Erleichterungen für im Zusammenhang mit der Corona-Krise stehende Beschaffungen beschlossen sowie zur Stützung der Konjunktur und zum Abbau der Bürokratie darüber hinaus dauerhaft die Wertgrenzen für die Unterschwellenvergabe von Bau-, Liefer- und Dienstleistungen angepasst.

Wertgrenzen für Vergaben nach der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO):

  • Direktauftrag bis 5.000 EUR
  • Verhandlungsvergabe bis 100.000 EUR
  • Beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbwerb bis 100.000 EUR

Wertgrenzen für Vergaben nach derVergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen Teil A (VOB/A):

  • Direktauftrag bis 10.000 EUR
  • Freihändige Vergabe bis 100.000 EUR
  • Beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb bis 1.000.000 EUR

Vorübergehende Erhöhung (bis 30.06.2020) der Wertgrenzen für Beschaffungen aufgrund der Corona-Krise:

Für alle Beschaffungen über Liefer- und Dienstleistungen, die bis zum Ablauf des 30.06.2020 eingeleitet werden und in der Corona-Krise begründet sind (insbesondere medizinische Bedarfsgegenstände und Leistungen, die der Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs in der Verwaltung dienen), ist bis zu einer Wertgrenze von 25.000 EUR ein Direktauftrag nach § 14 UVgO zulässig; zudem kann bis zum Erreichen des EU-Schwellenwerts die Auftragsvergabe im Wege eines Verhandlungsverfahrens mit oder ohne Teilnahmewettbewerb oder im Wege der Beschränkten Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb erfolgen.

Die jeweiligen Wertgrenzen beziehen sich auf den geschätzten Auftragswert ohne UmsatzsteuerDie o.g. Bekanntmachung ist am 26.03.2020 in Kraft getreten und gilt für staatliche Auftraggeber in Bayern.

Für kommunale Auftraggeber ist das Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration vom 26.03.2020 zu beachten; die erhöhten Wertgrenzen sollen umgehend in die Bekanntmachung zur Vergabe von Aufträgen im kommunalen Bereich übernommen werden. Im Vorgriff auf die zu erwartende Änderung der Bekanntmachung können die erhöhten Wertgrenzen bei Beschaffungen im Unterschwellenbereich jetzt schon zur Anwendung gebracht werden.